"Leben" heisst" in Bewegung bleiben"

Die Bedürfnispyramide

Nicht nur Abraham Maslow mit seiner Bedürfnispyramide sagt es uns, mit ein wenig Lebenserfahrung erkennen wir es auch selbst. Wir Menschen, vielleicht auch das Leben überhaupt, trachten danach, uns kontinuierlich weiter zu ent-wickeln.

Sind unsere biologischen und physiologischen Bedürfnisse befriedigt, was für die allermeisten zutreffen dürfte (skandalöser weise nicht für alle), kümmern wir uns um unsere Sicherheit. Ist die Sicherheit einigermassen gewährleistet, rückt das Bedürfnis nach Wertschätzung in den Vordergrund. Es geht weiter mit den kognitiven Bedürfnissen (Nährung des Verstands), dem Bedürfnis nach Ästhetik und schliesslich mit unserer Selbstverwirklichung und der Transzendenz (das Wachsen über das Ego hinaus). Die Pyramide lädt zum Nachdenken ein. Wo stehe ich? Wo stehen wir als Paar, Familie, Arbeitsteam, Gesellschaft? Wie viel Aufmerksamkeit und Energie widmen wir der Befriedigung welcher Bedürfnisse? Steht unser Einsatz für die Befriedigung von Basisbedürfnissen wie Nahrung, Wärme und Sicherheit in einem gesunden Verhältnis zum tatsächlichen Bedarf? Wenn wir erkennen, dass unsere Basisbedürfnisse ausreichend befriedigt sind, geht die Energie in die Befriedigung der psychosozialen Bedürfnisse. Mal ganz ehrlich, was tun wir nicht alles, um unser Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Liebe und der nächsthöheren Kategorie nach Wertschätzung zu befriedigen. Erst wenn auch dieser Hunger gestillt ist, kümmern wir uns um unsere kognitiven und ästhetischen Bedürfnisse. Und gleich verhält es sich weiter oben auf der Pyramide. Erst wenn die kognitiven und ästhetischen Bedürfnisse befriedigt sind, rücken die Bedürfnisse nach Selbstverwirklichung und Transzendenz ins Zentrum unserer Aufmerksamkeit.

Die Dynamik

Idealerweise steht die Energie, die wir zur Befriedigung eines Bedürfnisses aufwänden, in einem ausgewogenen Verhältnis zum wirklichen Bedarf. Wenden wir zu wenig auf, werden wir schwach und sterben nach einer gewissen Zeit. Wenden wir zu viel auf, werden wir träge und erstarren nach einer gewissen Zeit, was auch zum Tod führt. Die nachfolgende Zeichnung verdeutlicht dies:

Bleibt dieses Verhältnis ausgewogen, führt dies ohne unser Zutun zu Wachstum, Zufriedenheit, Erfüllung und schliesslich, in einem transzendenten Sinn, zu Liebe. Die Darstellung in Form einer Zeichnung spiegelt natürlich nicht die Wirklichkeit, sie stellt nur einen Versuch dar, die Dynamik zu veranschaulichen. Sie zeigt aber, dass Lebendigkeit sehr viel mit Beweglichkeit zu tun hat. Solange ich mich bewege, bleibe bin ich am Leben. Sobald jedoch Bewegung abnimmt, nimmt auch Lebensenergie ab. Das, was wir tun, um den jetzigen Zustand zu stabilisieren, zu sichern (z. B. Versicherungen abschliessen, Reserven anlegen, übermässig konsumieren, Süchte ausleben), führt zu Trägheit, zur Erstarrung und schliesslich zum Tod. Genau verhält es sich, wenn wir zu wenig für die Befriedigung unserer Bedürfnisse tun. Das Resultat ist, dass wir Lebensenergie verlieren und auch hier schliesslich sterben.

Die Konsequenz

Es beginnt mit einer ehrlichen Selbstprüfung. Stelle ich mich dieser Dynamik? Bin und bleibe ich in Bewegung? Wo bin ich -unmerklich- in die „Komfortzone“ gerutscht, in den TV - Sessel, wo es zwar schön warm, aber irgendwie auch langweilig ist? Wie sieht es mit der Beziehung zu mir, meinem Körper, meinen Gedanken, meinen Gefühlen aus? Wie sind meine Beziehungen zu anderen, meiner Partnerin, meinem Partner, meinen Kindern, Eltern, meinen Freunden, meinen Arbeitskollegen? Bin ich da beweglich, lebendig, lasse ich mich ein, riskiere ich etwas? Oder bin ich auch da in der „Komfortzone“, wo es zwar sicher, aber irgendwie auch langweilig ist? Meist ist es Angst, die uns in der Komfortzone hält, nicht selten auch Trotz (nein, das will ich nicht!) Der nächste Schritt ist deshalb, sich der Angst und dem Trotz zu stellen. Idealerweise in einem Seminar, wo das in einer geschützten Atmosphäre und in einer begleiteten Struktur möglich ist.

 

Herzliche Grüsse

Jean-Michel

 

www.eagle-coaching.ch